Malerisch am Ticino gelegen, ist Pavia eine der schönsten und geschichtlich interessantesten Städte der Lombardei. Auch wenn Pavia nicht sehr groß ist, hat die Stadt doch eine Menge Sehenswürdigkeiten und eine der ältesten Universitäten zu bieten. Schon von weitem erkennbar ist die schöne überdachte Brücke über den Tessin.

Pavia Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Pavia kann man bequem an an einem Tag zu Fuß besichtigen. Die meisten Straßen und Gassen sind vom Autoverkehr befreit, so dass man in Ruhe die Gebäude und die Schaufensterauslagen besichtigen kann. Für einen Spaziergang zu Fuß durch Pavia empfehlen wir bequeme Schuhe mit einer flexiblen Sohle, da die meisten Gassen mit schönen Flusskieselsteinen gepflastert sind.

Die Sehenswürdigkeiten in Pavia an einem Tag

Ponte Coperto - Die überdachte Brücke

Die überdachte Brücke Ponte Coperto über den Tessin
Die überdachte Brücke Ponte Coperto über den Tessin

Dem Besucher fällt zuerst die eindrucksvolle überdachte Brücke Ponte Coperto auf. Die Brücke mit den fünf Bögen ist mit einem Fachwerkdach bedeckt, so dass man den Tessin bei Sonne und Regen auf der 200 m langen Brücke geschützt überqueren kann. Die Brücke ist für den Autoverkehr weitestegehend gesperrt, nur Busse und Anwohner dürfen passieren.

Die Ursprünge des Ponte Coperto gehen wahrscheinlich bis in die römische Zeit zurück. Im 2. Weltkrieg wurde die damalige Brücke aus dem 14. Jahrhundert bei einer amerikanischen Bombardierung zerstört und 1949 wiederaufgebaut.

Am Fluss entlang geht die Straße Lungo Ticino Visconti und Lungo Ticino Sforza einem Spazierweg und einem Restaurant auf einem stillgelegten Schiff.

Borgo Ticino

Borgo Ticino, das Dorf der Wäscherinnen und Handwerker
Borgo Ticino, das Dorf der Wäscherinnen und Handwerker

Am anderen Flussufer, also außerhalb der Stadtmauern, reihen sich die pittoresken Häuschen des Borgo Ticino. In den vergangenen Jahrhunderten lebten und arbeiteten Handwerker und Wäscherinnen in diesen Häusern. Daran erinnert das Denkmal einer Wäscherin nahe der Brücke.

Die kleinen Häuser am Ticino wurden in der Vergangenheit regelmäßig vom Hochwasser heimgesucht. In den letzten Jahren wurden viele Maßnahmen zum Hochwasserschutz unternommen. Ein paar der Bewohner der kleinen Häuser haben die Hochwasserstände an ihren Häusern auf Kermikfliesen markiert.

Der Dom von Pavia

Dom von Pavia
Dom von Pavia

Der Dom ist das Wahrzeichen von Pavia. Beeindruckend ist die große zentrale Kuppel mit dem achteckigen Grundriss. Sie ist mit 97 Metern Höhe und 34 Metern Durchmesser die viertgrößte Kuppel in Italien.

Der erste Bischof und Schutzpatron von Pavia ist San Siro. Im Dom werden die Reliquien des Heiligen Siro sowie ein kostbares Reliquiar aus dem 17. Jahrhundert in Silber und Kristallen mit den Heiligen Dornen der Krone Christi aufbewahrt. Der Dom ist den Heiligen Santo Stefano und Santa Maria Assunta geweiht.

Der Bau der Kathedrale von Pavia begann 1488 unter Kardinal Ascanio Sforza und zog sich über insgesamt vier Jahrhundert hin. Auch Leonardo Da Vinci, der während seiner Jahre in Mailand auch viel Zeit für seine Studien in Pavia verbrachte, trug zur Konstruktion des Doms von Pavia bei. Kuppel und Fassade wurden erst im 19. Jahrhundert wurden fertiggestellt.

Vor dem Dom stand einst der Stadtturm Torre Civica aus dem Mittelalter. Am 17.03.1989 stürzte der 78 Meter hohe Turm in sich zusammen. Diese Tragödie kostete 4 Menschen das Leben. Ein Aberglaube erinnerte an den Fluch des San Siro. Ein Priester aus dem Mittelalter hatte aus Wut über den Klerus prophezeit, dass der höchste Turm von Pavia an einem Freitag, dem 17. fallen würde. Zum Gedenken an die Opfer wurde in den Ruinen des eingestürzten Turms ein Wasserbecken mit Spiegeln und Lichtspielen installiert.

Neben dem Dom sind die beiden Kirchen Krönungskirche Basilika San Michele Maggiore und San Pietro in Ciel d’Oro von Bedeutung.

Piazza della Vittoria

Wenn man um den Dom herum geht, kommt man auf den schönen langgestreckten Platz.

Piazza della Vittoria im Zentrum von Pavia
Piazza della Vittoria im Zentrum von Pavia

In Piazza della Vittoria schlägt das Herz von Pavia. Der Platz ist Treffpunkt der Jugend, hier wird gechillt und man tauscht sich über die Neuigkeiten der Woche aus, auf "Due Chiaccherie", also auf ein Schwätzchen. Unter der Piazza befindet sich der Mercato Ipogeo. Hier bekommt man die frischen Lebensmittel der Saison.

Palazzo del Broletto

Palazzo Broletto
Palazzo del Broletto

Am südlichen Ende der Piazza della Vittoria befindet sich der Palazzo Broletto, gebaut aus roten Terrakotta-Ziegeln. Der Palazzo del Broletto von Pavia gilt als einer der ältesten in der Lombardei. Seit dem Mittelalter war das Gebäude Regierungssitz.

Die Krönungskirche Basilika San Michele Maggiore

Basilika San Michele Maggiore
Basilika San Michele Maggiore

Berühmt wurde die die Basilika San Michele Maggiore, da in dieser Kirche u.a. Federico Barbarossa im Jahr 1155 und Karl der Große nach der Bezwingung der Langobarden zu Königen gekrönt wurden.
Die Kirche San Michele wird erstmalig im Jahr 1132 in offiziellen Unterlagen erwähnt, die besagen, dass die Weihung in ebendiesem Jahr stattfand. Andere Quellen verweisen auf gotische, langobardische und byzantinische Ursprünge. Dort wo sich im schönen Mosaikfußboden im Kirchenhauptschiff 4 schwarze Steine befinden, soll der Krönungsthron gestanden haben.

Die Universität von Pavia 

Universität von Pavia
Universität von Pavia

In Pavia befindet sich eine der ältesten und besten Universitäten Italiens. Die Innenhöfe der Universität und die Bibliothek kann man besuchen. 1361 wurde durch Galeazzo II Visconti die heute noch berühmte Universität von Pavia gegründet. Die Ursprünge der Lehre gehen bis ins Jahr 825 auf den Herrscher Lotario zurück. Auch heute ist die Università degli Studi di Pavia eine der angesagten Unis von Italien. In den Innenhöfen trifft man auf die Statuen berühmter Gelehrter, darunter die des in Como geborenen Physikers Alessandro Volta.

Torri Medievali

>Die mittelalterlichen TürmeTorri medievali
Die mittelalterlichen TürmeTorri medievali

Vor der Universität von Pavia, in Piazza Leonardo da Vinci, befinden sich noch drei der mittelalterlichen Türme. Einst gab es über Hundert dieser Türme, weshalb Pavia di Stadt der 100 Türme genannt wurde. Es waren sogenannte Geschlechtertürme, wie sie im Mittelalter in Italien modern waren. Jede bedeutende Familie baute sich einen Turm als Zeichen von Reichtum und Macht sowie als Zufluchtsort. Heute sind noch der Universitätsturm, der Torre del Maino und der berühmte Glockenturm übrig geblieben.

Botanischer Garten der Universität

Der Botanische Garten der Universität Pavia wurde Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich aus Studien- und Forschungsgründen gegründet. Er befindet sich in Via Sant'Epifanio 14. Beindruckend ist die Sammlung im Gewächshaus der Orchideen und eine 250 Jahre alte Platane.

Corso di Strada Nuova

Corso di Strada Nuova
Fußgängerzone Corso di Strada Nuova

Die Fußgängerzone Corso di Strada Nuova verläuft von Nord nach Süd durch die Altstadt und ist die Hauptachse, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Pavia zu erkunden. Vorbei an kleinen Geschäften gelangt man so automatisch ins Zentrum mit seinen Attraktionen.

Im Süden liegt der Ticino mit dem Ponte Coperto und dem Borgo Ticino. Links und rechts durch die schönen Gassen erreichen Sie nach wenigen Metern das Zentrum mit dem Domplatz und Piazza della Vittoria. Auf der anderen Seite der Strada Nuova führt der Weg führt vorbei an der Università degli Studi di Pavia mit den mittelalterlichen Türmen in Piazza Leonardo da Vinci. Bummeln Sie weiter durch die Strada Nuova, stoßen Sie in Richtung Norden auf Piazza Castello.

Cupola Arnaboldi

Etwas versteckt in Strada Nuova befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit: Die Galleria Arnaboldi mit der Kuppel in der Mitte. Die Kuppel erinnert an die Konstruktionen in der Galleria Vittorio Emanuele in Mailand bzw. in der Galleria Umberto I. in Neapel.

Teatro Fraschini

Das Teatro Fraschini in Corso di Strada Nuova ist ein kleines, aber prächtiges Theater im italienischen Stil, mit drei Ebenen aus Balkons und zwei Etagen mit Plätzen in der Galerie darüber.

Kirche San Pietro in Ciel d’Oro

Kirche San Pietro in Ciel d’Oro
Kirche San Pietro in Ciel d’Oro

Nördlich des Zentrums in Piazza San Pietro in Ciel d'Oro, nicht weit vom Teatro Fraschini und dem Castello Visconteo entfernt, befindet sich in einer kleinen ruhigen, von Platanen geschützen Piazza die Kirche San Pietro in Ciel d'Oro. Sie ist eine der ältesten Kirchen in Pavia und stammt aus der Zeit der Goten.
In einer Arche aus Marmor lagern in einem silbernen Sarg die Reliquien des Heiligen Augustinus, die von den Sarazenen in Sardinien gekauft und nach Pavia gebracht wurden. 1362 wurde die Marmorarche mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Augustinus dekoriert, ein wirkliches Meisterwerk aus der Zeit des lombardischen Königs Liutprando.

Visconti-Schloss Castello Visconteo

Castello Visconteo
Castello Visconteo

Das beeindruckende Visconti-Schloss liegt wenige Hundert Meter nördlich der Stadtmitte, umgeben von einem grünen Park. In nur fünf Jahren Bauzeit wurde das Castello di Pavia unter dem Ingenieur Bernardo da Venezia im Jahr 1360 errichtet. Das Castel war Herrschaftssitz der Fürstenfamilie Visconti. Es ist von vier Türmen und einem Wassergraben umgeben, der durch den Naviglio Pavese gespeist wird. Die schönen Fenster des Castello stammen noch aus dieser Zeit. Uursprünglich war das castello mit der Certosa von Pavia verbunden.
In den Sälen befinden sich die Stadtmuseen.

Lage und Karte von Pavia

Pavia liegt nur ca. 35 km südlich von Mailand mitten in der Po-Ebene, der größten Tiefebene Europas mit großen Anbauflächen ringsherum. Bereits in der Antike war Pavia Schnittpunkt von wichtigen Handelswegen.

Mit dem Zug kommt man bequem in einer halben Stunde ins Zentrum der alten Universitätsstadt. In der Antike lag Pavia an der römischen Straße Via Francigena. Die Via Francigena war eine Pilgerstraße und ist heute ein Wanderweg durch ganz Italien.
Pavia liegt am Ticino, dem Tessin, aber nur wenige Kilometer südlich mündet der Tessin in den Po. Wenn der Po Hochwasser führt, kann sich dieses schon mal in den Ticino zurückstauen und die Häuser am Ufer stehen unter Wasser.

Stadtplan Pavia

Geschichte und Spezialitäten

Die Ursprünge Pavias gehen in vorrömische Zeit zurück. Die Gegend war von Kelten und Galliern besiedelt. Im römischen Reich wurde die Stadt zu einer befestigten Bastion ausgebaut. Der Aufbau der Straßen der Stadt stammt aus der Antike, als die alten Römer die Grundsteine legten

Nach der Eroberung durch die Langobarden wurde Pavia zur Hauptstadt der Lombardei ernannt. Im Mittelalter wurden Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in der Kirche San Michele gekrönt. Pavia erlangte weitere Macht und Bedeutung als Hauptstadt des Königreichs Italien (Regno Italico), ehe die Stadt 1359 von den Visconti erobert wurde. Die bereits in Mailand herrschende Familiendynastie machte Pavia zum einem Wissenschafts- und Kunstzentrum.

Pavia wurde u.a. durch den Anbau von Reis sehr reich. Noch heute wird hier Reis angebaut. Die wichtigste Reissorte ist der wohlschmeckende Carnaroli Reis. In den Trattorien in Pavia werden viele typische Reisgerichte angeboten. Probieren Sie eine Spezialität der Region: Risotto mit Fröschen aus Pavia. Und dazu einen Wein aus dem Oltrepò Pavese, dem größten Weinanbaugebiet der Lombardei.

Certosa di Pavia

Certosa di Pavia
Certosa di Pavia

An der Straße zwischen Mailand und Pavia, 7 km nördlich nach Pavia befindet sich die Kartause Certosa di Pavia.

Die Kartause von Pavia ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Lombardei und ein beliebtes Pilgerziel. Die Certosa di Pavia wird noch heute von Zisterziensermönchen bewirtschaftet, die in der Kartause wohnen und arbeiten.

Schon von weitem ist die herrliche Marmorfassade der Kirche im Bramante-Stil zu sehen. Die Certosa di Pavia wurde von Gian Galeazzo Visconti, dem Fürsten von Mailand in Auftrag gegeben. Er beauftragte die Zisterziensermönche der Bewirtschaftung.

Eine Besichtigung der Kartause von Pavia umfasst die gewaltige und reich ausgestattetet Kirche, die von den besten Künstlern des 15. Jahrhunderts gestaltet wurde. Besonders beeindruckend sind die liegenden Statuen aus Marmor von Ludovico il Moro und Beatrice d'Este. Anschließend wird der Chor mit dem Altar und wertvollen Intarsien des Gestühls besichtigt, an denen die Künstler ca. hundert Jahre gearbeitet haben. Über der Grabstätte von Gian Galeazzo Visconti, dem Gründer der Kartause, ist das Leben des Fürsten in Bildern dargestellt. Im Refektorium der Mönche befindet sich ein Wandfresko, das das letzte Abendmahl zeigt.

Im ersten Kreuzgang ist ein schön gestaltetes Waschbecken aus Terrakotta zu ssehen, in dem sich die Mönche am Sonntag waschen durften. Die Woche verbrachten sie allein in ihren Zellen. Eine dieser Zellen können Sie bei Ihrem Besuch besichtigen.

Bitte denken Sie daran, beim Verlassen eine Spende bereitzuhalten, die zur Erhaltung der Certosa dient. Die Mönche beschäftigen sich mit dem Anbau von Reis, Tee und Kräutern, die in dem Klosterladen erworben werden können. Große Tafeln zeigen die Wirkung und Verwendung der Kräuter.

Im Museum der Kartause kann man die Gipsabgüsse der Skulpturen bewundern.